Auslandseinsätze sind – unabhängig von der Dauer – ein wichtiges Instrument in der Personalarbeit. Neben der Integration von Auslandsaufenthalten in den betrieblichen Ausbildungsplan können sie auch zur gezielten Personalentwicklung genutzt werden. Junge, vielversprechende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer profitieren von Auslandserfahrung nicht nur im Sinne einer allgemeinen Wissens und Kompetenzerweiterung, sondern können gezielt für neue Aufgaben geschult werden.
Die Unternehmen benötigen heute Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die nicht nur fachlich hoch qualifiziert sind, sondern sich ebenso durch persönliche und interkulturelle Kompetenzen auszeichnen. Dies ist mehr als die sichere Beherrschung einer Fremdsprache. Es geht um den Umgang mit anderen Kulturen und um Internationalität.

- Lettische Jugendliche im SAZ
Durch die Europaprogramme ist es gelungen, hier einen weiten Schritt nach vorne zu machen. Das Schweriner Ausbildungszentrum kann nach mehr als 10 Jahren Auslandsaktivitäten analysieren, dass die Effektivität sowie die Auswirkungen in der Ausbildung der Jugendlichen als auch in der Weiterbildung der Ausbilder einen hohen positiven Effekt hat. Um die Ängste von Jugendlichen vor einem Auslandspraktikum abzubauen, gilt es Vertrauen aufzubauen. Wichtig ist eine gut funktionierende Betreuungsstruktur vor, während und nach dem Auslandsaufenthalt. Für diese Zielgruppe ist es allerdings eher angebracht, die Mindestdauer eines Auslandsaufenthaltes auf vier Wochen zu reduzieren. Die Jugendlichen profitieren in hohem Maße von einem Auslandsaufenthalt, sowohl in sozialer, fachlicher als auch in sprachlicher Hinsicht. Insbesondere werden die wichtigen soft skills vermittelt. Benachteiligte können somit gegenüber Nicht-Benachteiligten ohne Auslandsaufenthalt durchaus günstigere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, Zahlen wie z.B. vom Arbeitsamt Hamburg belegen dies. So fanden 16 von 18 Teilnehmern nach Abschluss einer mit dem Arbeitsamt durchgeführten Qualifizierungsmaßnahme im Ausland einen Arbeitsplatz, was einer Verbleibsquote von fast 90 % entspricht.

- Auszubildende des SAZ in Griechenland
Jeder dritte Arbeitnehmer benötigt an seinem Arbeitsplatz eine Fremdsprache.
Dass Fremdsprachenkenntnisse in einer globalisierten Welt zunehmend wichtig sind, werden die meisten Menschen vom Gefühl her spontan bestätigen. Aktuelle Studien legen jetzt konkrete Zahlen zur Bedeutung vor und belegen, dass sich Investitionen in die Fremdsprachenkompetenz für Unternehmen und Betriebe auszahlen. Eine Befragung von 20.000 repräsentativ ausgewählten Erwerbstätigen in Deutschland bestätigt die hohe Bedeutung von Fremdsprachenkenntnissen in der Arbeitswelt. Demnach benötigte 2006 im Schnitt jeder dritte Erwerbstätige in Deutschland Grundkenntnisse in mindestens einer Fremdsprache, jeder sechste (16 Prozent) sogar Fachkenntnisse.
Je höher das Anforderungsniveau eines Arbeitsplatzes desto höher die Wahrscheinlichkeit der Nötigkeit der Fremdsprachenkenntnis. Aber selbst auf Arbeitsplätzen, die keine akademische, sondern ›nur‹ eine Berufsausbildung erfordern, werden zu 12 Prozent Fach- und zu 35 Prozent Grundkenntnisse verlangt. (Quelle Studie NA BiBB)
Eines der wichtigsten Aussagen ist, dass ein erkennbarer Zusammenhang zwischen Fremdsprachenkenntnissen und Exporterfolgen besteht. So gehen den Unternehmen infolge mangelnder Fremdsprachenkenntnisse ihres Personals zahlreiche Aufträge verloren.
Aus den Analysen und Auswirkungen lassen sich vielerlei Dinge ablesen. Diese Aussagen und Studien kann das SAZ mit seinen Europaprojekten nur unterstützen. Nach einer Vielzahl von durchgeführten Europaprojekten lässt sich die Aussage untermauern, “der berühmte Blick über den Tellerrand hinaus“ (in Richtung Europa), hat für junge (benachteiligte) Menschen als auch für Ausbilder oder Akademiker einen hohen positiven Nährwert auf das eigene soziale Umfeld, als auf auch die berufliche Weiterentwicklung.
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